Fulda
Fulda, Germany

Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Fulda: Kennwerte für Baugrund und Wasserhaltung

Fulda liegt auf rund 260 m Höhe im Fuldaer Becken, einer tertiären Senke, die von den Höhenzügen der Rhön und des Vogelsbergs flankiert wird. Unter der Stadt wechseln sich quartäre Talsedimente mit Ton-, Schluff- und Sandsteinen des Buntsandsteins ab. Diese Abfolge bringt es mit sich, dass die Wasserdurchlässigkeit schon auf kurze Distanz um mehrere Zehnerpotenzen springen kann. Wer in Fulda eine Baugrube plant oder ein Regenrückhaltebecken dimensioniert, kommt um einen belastbaren Felddurchlässigkeitsversuch nicht herum. Der Lefranc-Versuch liefert kf-Werte im Lockergestein, der Lugeon-Test im Fels – beide werden direkt in der Bodenschicht ausgeführt, die später das Wasser aufnehmen oder abweisen soll. Das Bohrunternehmen aus der Region setzt die Versuche nach DIN 18130 und DIN EN ISO 22282 durch, von der Einmessung bis zum Protokoll aus einer Hand.

Ein einzelner Lugeon-Versuch sagt mehr über die Gebirgsdurchlässigkeit als zehn Laborproben – weil er die Trennflächen miterfasst, die im Kern verloren gehen.

Angewandte Methodik in Fulda

Die hydraulischen Verhältnisse unterscheiden sich zwischen der tiefliegenden Aue direkt an der Fulda und den Hanglagen am Frauenberg erheblich. In Flussnähe treffen wir meist auf sandig-kiesige Terrassenablagerungen mit Durchlässigkeitsbeiwerten im Bereich 10-3 bis 10-5 m/s – Werte, die für eine Versickerung gut geeignet sind, aber bei offener Wasserhaltung enorme Pumpmengen nach sich ziehen. An den Hängen dominieren dagegen tonig-schluffige Verwitterungsdecken mit kf-Werten unter 10-8 m/s; hier entscheidet oft erst der CPT-Versuch zusammen mit dem Durchlässigkeitstest, ob eine Rigole überhaupt wirtschaftlich betrieben werden kann. Im Festgestein des Mittleren Buntsandsteins wiederum ist die Klüftigkeit maßgebend – ein dichter Sandstein kann durch ein einziges offenes Trennflächensystem zum Wasserleiter werden. Der Lugeon-Versuch bildet genau dieses Verhalten ab: In fünf Druckstufen wird gemessen, wie viel Wasser das Gebirge aufnimmt, und das Ergebnis fließt direkt in die Injektionsplanung oder die Dimensionierung von Dichtsohlen ein.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Fulda: Kennwerte für Baugrund und Wasserhaltung
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Fulda: Kennwerte für Baugrund und Wasserhaltung
ParameterTypischer Wert
Versuchstyp (Lockergestein)Lefranc (konstante / fallende Druckhöhe)
Versuchstyp (Fels)Lugeon (5 Druckstufen à 10 min)
BohrverfahrenSpülbohrung oder Rammkernbohrung, verrohrt
PrüfnormDIN EN ISO 22282-2 / -3, DIN 18130
Messbereich kf10-2 bis 10-9 m/s
ProtokollumfangDruckstufenprotokoll, kf-Berechnung, Bohrprofil

Kritische Bodenfaktoren in Fulda

Bei einem Bauvorhaben in der Leipziger Straße stand die Baugrube 4,50 m tief im sandigen Kies der Fulda-Aue. Das Bodengutachten hatte den kf-Wert aus einer Sieblinie abgeschätzt und die Wasserhaltung mit sechs Brunnen ausgelegt. Nach zwei Tagen Betrieb stand die Sohle dennoch unter Wasser, weil die Kornverteilung die Feinkornbrücken im Kies ignoriert hatte. Ein nachträglich durchgeführter Lefranc-Versuch ergab einen doppelt so hohen Durchlässigkeitsbeiwert – die Pumpen mussten getauscht, die Absenkziele neu berechnet werden. Solche Verzögerungen lassen sich vermeiden, wenn der kf-Wert direkt am Ort der Beanspruchung gemessen wird. Gerade in den heterogenen Talfüllungen des Fuldaer Beckens, wo Lagen aus Grobkies, Auelehm und Torflinsen auf kurze Distanz wechseln, ist der Felddurchlässigkeitsversuch die einzige Methode, die den Schichtenaufbau hydraulisch korrekt abbildet.

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Anwendbare Normen: DIN EN ISO 22282-2:2012 (Lefranc), DIN EN ISO 22282-3:2012 (Lugeon), DIN 18130-1:1998 (kf-Bestimmung)

Unsere Leistungen

Die Durchlässigkeitsversuche werden als Teil eines Baugrundgutachtens oder als eigenständige Leistung angeboten. Das Team führt die Bohrung ab, baut die Packer bzw. die Filterstrecke ein und wertet die Druckstufen noch auf der Baustelle aus, sodass der Bauleiter am selben Tag entscheiden kann.

Lefranc-Versuch im Lockergestein

Bestimmung des Durchlässigkeitsbeiwerts kf in Sanden, Kiesen und gemischtkörnigen Böden. Wahlweise mit konstanter oder fallender Druckhöhe, abgestimmt auf die zu erwartende Durchlässigkeit und die spätere Nutzung (Versickerung, Wasserhaltung).

Lugeon-Test im Fels

Fünfdruckstufen-Versuch nach Lugeon zur Ermittlung der Gebirgsdurchlässigkeit im klüftigen Buntsandstein. Jede Stufe wird über zehn Minuten gehalten; die Auswertung zeigt, ob das Trennflächengefüge bei steigendem Druck aufweitet oder dichtet.

Kombinierte Programme mit SPT und CPT

Wenn neben der Durchlässigkeit auch die Tragfähigkeit des Baugrunds interessiert, verbinden wir den Felddurchlässigkeitsversuch mit einer Sondierung (SPT) oder Drucksondierung – ein Bohrpunkt, zwei Fragestellungen, ein Protokoll.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist ein Felddurchlässigkeitsversuch in Fulda sinnvoll?

Immer dann, wenn der kf-Wert direkt in die Dimensionierung einfließt: bei Versickerungsanlagen, Baugrubenwasserhaltungen, Grundwasserabsenkungen oder der Planung von Dichtwänden. Laborwerte aus Sieblinien oder Korngrößenanalysen ersetzen die Feldmessung nicht, weil sie das Gefüge und die Klüftung nicht abbilden.

Wie lange dauert ein Lefranc- oder Lugeon-Versuch?

Ein einzelner Lefranc-Versuch ist – abhängig von der Durchlässigkeit – in 30 bis 90 Minuten abgeschlossen. Der Lugeon-Test mit fünf Druckstufen benötigt etwa eine Stunde reine Prüfzeit, zuzüglich Bohrzeit. In der Regel kann ein Prüfpunkt pro Tag vollständig bearbeitet werden.

Was kostet ein Durchlässigkeitsversuch in Fulda?

Für einen Lefranc- oder Lugeon-Versuch inklusive Bohrung, Packer, Messtechnik und Protokoll ist mit €580 bis €1000 zu rechnen, abhängig von Tiefe, Bohrverfahren und Anzahl der Prüfstufen. Bei mehreren Versuchen in einer Kampagne sinken die Kosten pro Punkt.

Kann der Versuch auch im Grundwasser ausgeführt werden?

Ja, beide Verfahren funktionieren unterhalb des Grundwasserspiegels. Beim Lefranc-Versuch wird die Filterstrecke in den gesättigten Bereich gesetzt, beim Lugeon-Test wird das System abgepackert, sodass nur der zu prüfende Abschnitt beaufschlagt wird.

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