Fulda
Fulda, Germany

Schürfgrube (Sondierbohrung) in Fulda – Geotechnische Aufschlüsse nach DIN

Die barocke Bausubstanz Fuldas mit ihren Fundamenten auf den Auelehmen der Fulda und den Sandsteinverwitterungen der Rhönausläufer stellt jede Baugrunderkundung vor spezifische Fragen. Das Fuldaer Becken, eine tektonische Senke mit quartären Lockersedimentfüllungen, verlangt nach Aufschlussverfahren, die den Schichtaufbau ungestört abbilden. Eine Schürfgrube (Sondierbohrung) liefert genau diesen direkten Einblick in den Untergrund. Unser geotechnisches Team führt die Schürfe nach DIN EN ISO 22475 aus und dokumentiert jedes Schichtprofil mit einer Genauigkeit, die spätere Gründungsentscheidungen auf ein belastbares Fundament stellt. Gerade in den Hanglagen zwischen Petersberg und Frauenberg, wo residuale Verwitterungsdecken über anstehendem Buntsandstein lagern, ergänzen wir die Schürfgrube häufig mit einer Korngrößenanalyse zur präzisen Klassifikation der bindigen und rolligen Horizonte.

Ein sauber angelegter Baggerschurf mit manueller Nachbearbeitung der Sohle und Wandung offenbart das Bodengefüge in einer Aussagekraft, die keine indirekte Methode erreicht.

Angewandte Methodik in Fulda

Das osthessische Klima mit seinen ausgeprägten Wechselfolgen aus winterlicher Durchfeuchtung und sommerlicher Austrocknung beeinflusst die Konsistenz bindiger Bodenschichten in Fulda erheblich. Eine Schürfgrube, die im Februar in den Hochflutlehmen entlang der Fuldaaue niedergebracht wird, zeigt völlig andere Steifigkeitsverhältnisse als eine im August in den Hanglehmen des Haimbergs abgeteufte. Unser Laborpersonal berücksichtigt diesen jahreszeitlichen Einfluss bei der Probenentnahme und führt begleitend Atterberg-Grenzen nach DIN 18122 durch, um den Plastizitätsbereich der feinkörnigen Lagen zu bestimmen. Die Schürfgrube selbst wird mit einem Raupenbagger bis in Tiefen zwischen 2,5 und 4,5 Metern abgeteuft, wobei die Grubenwand stufenweise freigelegt wird, um den natürlichen Gefügeverband sichtbar zu erhalten und eine repräsentative Probennahme aus jedem Horizont zu gewährleisten.
Schürfgrube (Sondierbohrung) in Fulda – Geotechnische Aufschlüsse nach DIN
Schürfgrube (Sondierbohrung) in Fulda – Geotechnische Aufschlüsse nach DIN
ParameterTypischer Wert
Maximale Aufschlusstiefe4,5 m unter GOK (Baggerschurf)
Mindestabmessung Grubensohle1,20 m × 1,50 m (DIN EN ISO 22475)
DokumentationsumfangSchichtenprofil, Gefügefotos, Probenprotokoll
ProbenentnahmetechnikZylinderstich DIN EN ISO 22475-1, Klasse A
BeprobungsintervallHorizontweise, max. 0,50 m Mächtigkeit
Verdämmung nach AbschlussLagenweiser Rückbau mit dokumentierter Verdichtung

Kritische Bodenfaktoren in Fulda

Die geotechnischen Risikoprofile variieren in Fulda zwischen der dicht bebauten Innenstadt auf holozänen Flusssedimenten und den Industriearealen im Norden bei Lehnerz, wo mächtige Auffüllungen über organischen Weichschichten angetroffen werden. In der Altstadtlage stößt eine Schürfgrube oft bereits bei 1,80 Metern auf mittelalterliche Kulturschichten, Ziegelbruch und historische Fundamentreste, deren Durchörterung eine enge Abstimmung mit dem städtischen Denkmalschutz erfordert. In den Gewerbegebieten entlang der B27 hingegen dominieren heterogene Auffüllungen mit wechselnden Anteilen an Bauschutt und Schlufflinsen, die ohne Aufschluss nur schwer zu prognostizieren sind. Der Verzicht auf eine ortskonkrete Schürfgrube führt hier regelmäßig zu Fehleinschätzungen der Tragfähigkeit, weil die Übergänge zwischen anthropogen geschütteten und natürlich gewachsenen Einheiten allein aus Bohrprofilen nicht eindeutig ansprechbar sind.

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Anwendbare Normen: DIN EN ISO 22475-1: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Probenentnahmeverfahren, DIN 4023: Baugrund- und Wasserbohrungen – Zeichnerische Darstellung der Ergebnisse, DIN 18122: Baugrund – Untersuchung von Bodenproben – Zustandsgrenzen (Konsistenzgrenzen), DIN 18196: Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke

Unsere Leistungen

Die Aussagekraft einer Schürfgrube entfaltet sich in Fulda besonders dann, wenn die gewonnenen Proben unmittelbar im Labor weiterverarbeitet und die Ergebnisse mit den dokumentierten Feldbefunden abgeglichen werden. Unsere Leistungen umfassen den gesamten Prozess von der Grubenanlage bis zur bodenmechanischen Kennwertbestimmung.

Schürfgrube mit normkonformer Dokumentation

Maschineller Aufschluss per Raupenbagger bis 4,5 m Tiefe, manuelle Wand- und Sohlennachbearbeitung, fotografische Dokumentation jedes Horizonts und Probenentnahme Klasse A nach DIN EN ISO 22475-1.

Laboruntersuchungen aus dem Schurfprofil

Bestimmung von Korngrößenverteilung, Konsistenzgrenzen, Glühverlust und Wassergehalt direkt aus den entnommenen Sonderproben, inklusive Klassifikation nach DIN 18196.

Gründungsempfehlung auf Basis des Aufschlusses

Ableitung von Bodenkennwerten, Beurteilung der Tragfähigkeit und Setzungsempfindlichkeit sowie Vorschlag für ein geeignetes Gründungskonzept unter Berücksichtigung der vorgefundenen Schichtung.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist in Fulda eine Schürfgrube einem Bohrverfahren vorzuziehen?

Die Schürfgrube ist immer dann das Mittel der Wahl, wenn der Gefügeverband ungestört beurteilt werden muss. In den Auelehmen der Fuldaaue und den Hangschuttdecken des Rhönvorlandes liefert nur der offene Schurf eine zuverlässige Ansprache von Schichtungsmerkmalen, Verwitterungsgraden und organischen Einschaltungen, die im Bohrgut zerstört werden. Gerade bei geringmächtigen Wechsellagerungen unter 0,30 m Stärke, wie sie in den quartären Beckensedimenten Fuldas häufig auftreten, ist die Schürfgrube der Bohrung überlegen.

Welche Genehmigungen erfordert eine Schürfgrube im Stadtgebiet Fulda?

Innerhalb der geschlossenen Bebauung Fuldas ist vor der Schürfanlage eine Abstimmung mit dem Tiefbauamt und bei Verdacht auf Bodendenkmäler mit der Unteren Denkmalschutzbehörde erforderlich. In den Wasserschutzgebieten der Fuldaauen (Zonen II und III) gelten zusätzliche Auflagen zur Wiederverfüllung. Unser Team übernimmt die vollständige behördliche Kommunikation und stellt sicher, dass die Grube nach Abschluss der Dokumentation lagenweise rückverdichtet und der Oberflächenzustand wiederhergestellt wird.

Welche Kosten fallen für eine Schürfgrube in Fulda an?

Die Kosten für eine Schürfgrube mit normkonformer Dokumentation, Probenentnahme und Wiederverfüllung liegen in Fulda je nach Tiefe, Zugänglichkeit und erforderlichem Laborumfang zwischen €460 und €870. Das endgültige Angebot wird nach Einsicht in Lageplan und Bebauungssituation erstellt und enthält eine detaillierte Aufschlüsselung aller Leistungspositionen.

Wie tief kann eine Schürfgrube in den Verwitterungsböden der Rhönausläufer abgeteuft werden?

Die erreichbare Tiefe wird durch den Übergang vom Lockergestein zum anstehenden Buntsandstein begrenzt. In den Verwitterungsprofilen des Haimbergs oder des Petersbergs steht der Felszersatz oft bereits ab 2,50 m Tiefe an. Der Baggerschurf endet an der Felsoberkante, die dann manuell freigelegt und ingenieurgeologisch kartiert wird. Für tiefer reichende Erkundungen des Felsverbandes kombinieren wir die Schürfgrube mit einer Kernbohrung.

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